Geschichte des IBSV

Seit 1705 im Herzen Iserlohns

Vom mittelalterlichen Schutzbund zum modernen Traditionsverein. Erfahre, wie aus einer königlichen Verordnung eine Gemeinschaft für Generationen wurde.

Warum Geschichte zählt

Der IBSV ist mehr als ein Traditionsverein. Er ist ein lebendiger Teil der Iserlohner Stadtgeschichte – verwurzelt im Bürgersinn, geprägt durch Generationen und offen für die Zukunft.

Für uns ist Geschichte kein starres Rückwärtsschauen. Sie ist der Beweis für die Beständigkeit von Werten wie Bürgertreue und Einigkeit. Wer weiß, woher er kommt, kann die Zukunft mutig gestalten. Deshalb pflegen wir unser Erbe seit 1705: nicht als Museumsstück, sondern als Fundament für eine starke Gemeinschaft von heute.

Die Ursprünge der Schützenvereine

Die Wurzeln des Schützenwesens reichen bis ins Mittelalter zurück. Ursprünglich als Bürger-Gilden gegründet, um Städte vor Überfällen oder Kriegen zu schützen, war die Aufgabe der Schützen primär militärisch. Man übte mit Armbrust und Gewehr, um die Heimat zu verteidigen.

Ab dem 17. Jahrhundert übernahmen Söldner die Stadtverteidigung, und die Vereine veränderten sich: Aus der Schutztruppe wurde eine bürgerliche Vereinigung. Schießwettbewerbe, Musik und das Vogelschießen wurden zu gesellschaftlichen Ereignissen. Heute sind Schützenvereine wie der IBSV zentrale kulturelle Institutionen, die Tradition pflegen und echte Gemeinschaft stiften.

1705 – 1827

Der IBSV – Seit 1705 Teil der Iserlohner Stadtgeschichte

Ein königlicher Erlass – und der Beginn von etwas Großem

Alles begann mit einem Erlass von König Friedrich I. von Preußen am 27. September 1705. Er ordnete an, die Iserlohner Schützengesellschaft „in ihrer alten Form instand zu setzen“. Ursprünglich als Teil der städtischen Selbstverteidigung gedacht, wandelte sich der Zweck nach dem Dreißigjährigen Krieg rasch: Das Militärische wich dem Geselligen. Das Vogelschießen und festliche Umzüge wurden zum Mittelpunkt eines neuen bürgerlichen Selbstbewusstseins.

Meilensteine dieser Ära:

1862 – 1899

Die Vereinigung & Namensgebung

Das Jahr 1862 markiert einen Meilenstein: Auf Initiative von Alexander Löbbecke schlossen sich die Einheiten zum „Iserlohner Bürger-Schützen-Verein“ zusammen. Im selben Jahr wurde die Artillerie gegründet und das Gelände am Hang des Fröndenbergs erworben – die heutige Alexanderhöhe.

Meilensteine:

„Neue Halle“ von Otto Leppin entworfen
1914 - 1945

Krisen, Notgeld und Zusammenhalt

Die Weltkriege brachten das Vereinsleben fast zum Erliegen. Die Hallen wurden erneut als Lazarette genutzt, und viele Mitglieder kehrten nicht heim. Die wirtschaftliche Not der 1920er Jahre forderte den Verein heraus.

Zeichen der Improvisationskunst:
In der Inflationszeit gab der IBSV eigenes Notgeld heraus, um das Vereinsleben und die Versorgung auf dem Festgelände zu sichern – ein Beweis für den ungebrochenen Willen zur Gemeinschaft.

Die dunklen Jahre:
In den 1930er Jahren geriet der Verein unter den Einfluss der nationalsozialistischen Gleichschaltung. Das freie Bürgerbrauchtum ruhte, und mit dem Zweiten Weltkrieg kam das gesellschaftliche Leben vollständig zum Erliegen. Not und Unsicherheit dominierten die Alexanderhöhe.

1950 – Heute

Brücke zwischen den Generationen

Erst in den 1950er Jahren konnte der IBSV wieder kraftvoll durchstarten. Die Umnutzung der Vereinsstätten – wie der Umbau zur Parkhalle und später zum Parktheater – symbolisierte den kulturellen Neuanfang und die Öffnung zur Stadtgesellschaft.

Heute ist der IBSV moderner denn je. Mit dem Großen Schützenfest, dem Waldstadt Tattoo (Internationale Musikparade) und einem starken Fokus auf die Jugendförderung beweisen wir: Tradition ist ein lebendiges Fundament. Wir schützen heute nicht mehr mit Mauern, sondern bewahren den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Iserlohn.

Werde Teil des nächsten Kapitels!

Du hast schon von uns gehört – vielleicht aus der Zeitung, im Gespräch mit Freunden oder vom letzten Schützenfest? Dann wird es Zeit, dass wir uns persönlich kennenlernen!